Wenn eine Redaktion einen Übersetzungsfehler veröffentlicht, entscheidet der Umgang damit oft mehr über das Vertrauen der Leser als der Fehler selbst. Wie Medienhäuser auf solche Fehler reagieren, sagt viel über ihre journalistische Sorgfalt aus.

Warum Übersetzungsfehler besonders heikel sind

Anders als ein Tippfehler kann ein Übersetzungsfehler die Bedeutung einer Aussage komplett verändern. Ein falsch übersetztes Zitat kann eine Person in ein völlig falsches Licht rücken.

Genau deshalb reagieren seriöse Redaktionen bei Übersetzungsfehlern besonders schnell und transparent, meist mit einer sichtbaren Korrektur und einer kurzen Erklärung.

Wann eine beglaubigte Übersetzung Klarheit schafft

Bei strittigen Zitaten aus offiziellen Dokumenten hilft eine beglaubigte Übersetzung, die Richtigkeit einer Wiedergabe im Nachhinein zu belegen. Der vereidigte Übersetzer haftet für die Genauigkeit seiner Arbeit.

Das gibt Redaktionen ein Instrument an die Hand, um sich bei Streitfällen auf eine nachvollziehbare, rechtlich anerkannte Quelle zu berufen.

Englische Quellen als häufige Fehlerquelle

Viele Übersetzungsfehler entstehen bei der Übertragung englischsprachiger Quellen ins Deutsche. Ein erfahrener englisch deutsch übersetzer reduziert dieses Risiko erheblich, besonders bei technischen oder juristischen Texten.

Reporter ohne tiefere Sprachkenntnisse im Fachbereich holen sich bei unklaren Passagen häufig eine zweite Meinung ein, bevor ein Artikel veröffentlicht wird.

Unterschiedliche Kontrollverfahren in Redaktionen

Manche Redaktionen lassen jede Übersetzung von einem zweiten zweisprachigen Kollegen gegenlesen, andere beauftragen bei sensiblen Dokumenten externe Übersetzungsprofis. Große internationale Redaktionen kombinieren häufig beide Ansätze.

Ein gründlicher Kontrollprozess kostet Zeit, verhindert aber deutlich teurere Korrekturen im Nachhinein.

Was Fachverbände empfehlen

Der Deutsche Presserat betont regelmäßig, wie wichtig Sorgfalt bei der Wiedergabe fremdsprachiger Quellen für die journalistische Glaubwürdigkeit ist.

Auch Netzwerk Recherche bietet Journalisten Schulungen zur sorgfältigen Prüfung von Quellen und Übersetzungen an, um Fehler frühzeitig zu vermeiden.

Folgen unzureichender Kontrolle

Ein unkontrolliert veröffentlichter Übersetzungsfehler kann zu einer öffentlichen Korrektur führen und das Vertrauen der Leser dauerhaft beschädigen, besonders bei sensiblen Themen wie Justiz oder internationaler Politik.

Fazit für Redaktionen

Der Umgang mit Übersetzungsfehlern ist längst kein Nebenthema mehr, sondern ein zentraler Bestandteil journalistischer Sorgfalt. Redaktionen, die in Kontrollprozesse und beglaubigte Übersetzungen investieren, schützen sowohl ihre Leser als auch ihre eigene Glaubwürdigkeit.